Pflege verstehen
Pflege kann manchmal kompliziert sein. Auf dieser Seite erklären wir Ihnen verschiedene Themen und Begriffe, die mit Pflege zu tun haben. Sie sind in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet. Auch beantworten wir Fragen, die Sie eventuell haben. Wir sagen Ihnen auch, wo Sie weitere Unterstützung finden.
Interkulturelle Brückenbauerinnen in der Pflege
Die Brückenbauer*innen unterstützten und helfen Menschen mit Migrationsgeschichte mit allen Fragen zur Pflege.
Wer sind die Brückenbauer*innen?
Die Brückenbauer*innen unterstützten, beraten und helfen Menschen mit Migrationsgeschichte mit allen Fragen zur Pflege.
Welche Sprachen sprechen die Brückenbauer*innen
Sie sprechen 17 verschiedene Sprachen:
- Deutsch
- Arabisch
- Englisch
- Französisch
- Farsi
- Russisch
- Kurdisch (Sorani und Kurmandschi)
- Dari
- Bosnisch
- Kroatisch
- Rumänische
- Serbisch
- Spanisch
- Türkisch
- Polnisch
- Vietnamesisch
Was machen die Brückenbauer*innen
Die Brückenbauer*innen:
- beantworten Fragen,
- geben Informationen,
- erklären Hilfsangebote,
- begleiten bei einer Pflegebegutachtung,
- helfen dabei, passende Unterstützung zu finden.
Die Beratung ist kostenlos.
Warum gibt es die Brückenbauer*innen
Die Brückenbauenden helfen Menschen dabei,
- Pflege besser zu verstehen,
- passende Unterstützung zu finden,
- sich im Hilfesystem zurechtzufinden.
Wen unterstützen die Brückenbauer*innen
Das Angebot ist für Menschen mit Migrationsgeschichte.
Das Alter spielt keine Rolle.
Sie können sich auch beraten lassen, wenn Sie noch keine Pflege brauchen.
Wo kann ich die Brückenbauer*innen erreichen?
Die Brückenbauer*innen arbeiten:
- in Berliner Pflegestützpunkten,
- in allen Berliner Bezirken,
- gemeinsam mit anderen Fachleuten.
Sie können die Brückenbauerinnen:
- persönlich treffen,
- anrufen,
- eine E-Mail schreiben
- per Video über das Internet sprechen.
Wie und wann kann ich die Brückenbauer*innen erreichen?
Wann?
Telefonische Erreichbarkeit:
- Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag: 9 bis 15 Uhr
- Donnerstag: 12 bis 18 Uhr
Außerhalb der Zeiten können Sie eine Nachricht hinterlassen.
Wie können Sie Kontakt aufnehmen?
Telefon:
030 695 17 823
E-Mail:
fbs.brueckenbauerinnen@ejf.de
Internet:
„Interkulturelle Brückenbauenden in der Pflege – Wohnen und Pflege im Alter – EJF – Hilfe schaffen“
Medizinischer Dienst (MD)
Wenn Sie einen Antrag auf einen Pflegegrad gestellt haben, kommt der Medizinische Dienst (MD) zu Ihnen nach Hause, um zu sehen, wie Sie dort zurechtkommen. Das wird auch MD-Begutachtung genannt. Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen, damit Sie gut auf die Begutachtung vorbereitet sind.
Was ist der Medizinische Dienst (MD)?
Der Medizinische Dienst wird kurz MD genannt. Der MD arbeitet für die gesetzliche Pflege-Versicherung und Kranken-Versicherung. Der MD prüft, wie selbstständig ein Mensch im Alltag ist. Der MD sagt, welcher Pflegegrad am besten passt.
Welche Aufgaben hat der Medizinische Dienst (MD)?
Der MD hat zwei wichtige Aufgaben:
1. Pflegegrad prüfen:
Wenn Sie Pflege bekommen möchten, müssen Sie einen Antrag stellen. Dann kommt ein Gutachter vom MD zu Ihnen nach Hause. Der Gutachter schaut, wie selbstständig Sie sind. Dafür benutzt er das Neue Begutachtungs-Assessment. Das ist eine Art Fragebogen. Der Gutachter prüft dabei zum Beispiel:
– Können Sie sich alleine bewegen?
– Können Sie sprechen und sich erinnern?
– Können Sie sich alleine waschen und anziehen?
– Können Sie Ihren Tag selbst planen?
Für die Antworten bekommt man Punkte. Die Punkte bestimmen, welchen Pflegegrad Sie bekommen.
2. Qualitäts-Prüfungen:
Der MD besucht auch Pflege-Dienste oder Pflege-Heime. Der MD prüft, ob dort alles richtig gemacht wird. Der MD schaut, ob die Pflege den Regeln entspricht.
Was ist eine MD-Begutachtung?
Der MD prüft, wie viel Pflege eine Person braucht. Das nennt man Begutachtung. Ein Gutachter oder eine Gutachterin kommt zu Ihnen nach Hause. Der Gutachter prüft, wie selbständig Sie im Alltag sind. Das Ergebnis hilft, den passenden Pflegegrad zu finden. Eine gute Vorbereitung ist wichtig.
Wie kriege ich einen Termin für eine MD-Begutachtung?
Sie stellen einen Antrag auf einen Pflegegrad. Die Pflegekasse beauftragt den MD. Ein Gutachter ruft an oder schreibt einen Brief und macht einen Termin. Sie können den Termin verschieben, wenn Sie ihn nicht schaffen. Beim Termin kommt der Gutachter oder die Gutachterin zu Ihnen nach Hause.
Was passiert bei der MD-Begutachtung?
Der Gutachter oder die Gutachterin spricht mit der pflegebedürftigen Person. Auch eine betreuende Person kann dabei sein. Der Gutachter fragt, wie der Tag abläuft. Er oder sie fragt, wobei Sie Hilfe brauchen. Er oder sie schaut auch, wie Sie sich bewegen und was Sie alleine schaffen.
Der Gutachter oder die Gutachterin macht Notizen.
Am Ende wird ein Bericht geschrieben schreibt der Gutachter einen Bericht und schlägt einen Pflegegrad vorgeschlagen.
Die Pflegekasse entscheidet dann.
Wie lange dauert eine MD-Begutachtung?
Der Besuch dauert meistens 60 bis 90 Minuten. Planen Sie genug Zeit ein.
Hektik ist nicht gut.
Welche Bereiche prüft der Gutachter oder die Gutachterin?
Der Gutachter prüft sechs wichtige Bereiche. Diese Bereiche heißen „Module“.
Modul 1: Mobilität (10 Prozent)
Es wird geprüft, wie gut Sie sich im Bett, beim Sitzen und in der Wohnung bewegen.
Zum Beispiel: aufstehen, gehen, Treppen steigen.
Modul 2: Denken und Sprechen (15 Prozent*)
Prüft, ob Sie Personen erkennen und sich orientieren können. Zum Beispiel: Wissen Sie, welcher Tag ist? Können Sie sich gut erinnern? Können Sie Wünsche und Sorgen sagen?
Modul 3: Verhalten und seelische Belastung (15 Prozent*)
Prüft, wie oft Sie ängstlich, unruhig oder traurig sind. Oder ob Sie manchmal weglaufen wollen oder andere anschreien.
(*) Achtung: Von Modul 2 und Modul 3 zählt nur das, was schwerer wiegt.
Modul 4: Selbstversorgung (40 Prozent)
Hier wird geprüft, wie gut Sie sich waschen, anziehen, essen und trinken können.
Auch: Können Sie selbst zur Toilette oder brauchen Sie Hilfe?
Können Sie mit Inkontinenz umgehen?
Dieses Modul ist besonders wichtig.
Modul 5: Umgang mit Krankheiten (20 Prozent)
Hier prüft der Gutachter, ob Sie Medikamente selbst nehmen oder Wunden selbst versorgen können.
Brauchen Sie Hilfe beim Arztbesuch oder beim Anlegen von Strümpfen?
Modul 6: Alltag und Kontakte (15 Prozent)
Hier wird geschaut, ob Sie Ihren Tagesablauf alleine schaffen.
Haben Sie Kontakt zu anderen Menschen?
Machen Sie Beschäftigungen alleine?
Wie kann ich mich auf die MD-Begutachtung vorbereiten?
Der MD schickt Ihnen einen Brief und sagt, wann er kommt.
Bereiten Sie alle wichtigen Unterlagen vor.
Dazu gehören:
– Arzt-Berichte,
– Listen mit Ihren Medikamenten,
– Berichte vom Krankenhaus,
– Ihr Pflegetagebuch
Bitten Sie eine Vertrauensperson, dabei zu sein.
Das kann ein Pflege-Angehöriger oder eine andere Bezugsperson sein.
So sieht der Gutachter oder die Gutachterin besser, wie Ihre Situation ist.
Was soll ich während der MD-Begutachtung machen?
Seien Sie ehrlich. Übertreiben Sie nicht und verschweigen Sie keine Probleme.
Viele strengen sich beim Besuch besonders an. Tun Sie das nicht!
Sagen Sie, was Ihnen an schlechten Tagen schwer fällt.
Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen.
Ihre Pflegeperson kann ergänzen, wenn etwas vergessen wurde.
Wichtiger Hinweis:
Viele sagen: „Das schaffe ich noch“, obwohl sie im Alltag Hilfe brauchen.
Beschreiben Sie ehrlich, wo Sie Hilfe brauchen.
Checkliste für Begutachtung
- Haben Sie ein Pflegetagebuch geführt?
- Sind Ihre Arztbriefe und Rezepte da?
- Haben Sie eine Vertrauensperson zum Termin eingeladen?
- Stehen Hilfsmittel bereit?
- Haben Sie Notizen zu schwierigen Situationen gemacht?
- Haben Sie wichtige Telefonnummern (z.B. vom Arzt) notiert?
- Haben Sie Fragen an den Gutachter oder die Gutachterin überlegt?
So sind Sie gut vorbereitet auf die MD-Begutachtung.
Wie geht es weiter nach der MD-Begutachtung?
Der Gutachter oder die Gutachterin schreibt einen Bericht. Die Pflegekasse entscheidet über Ihren Pflegegrad. Sie bekommen den Bericht zugeschickt oder können den Bericht anfordern und genau lesen. Vergleichen Sie das Ergebnis mit Ihren eigenen Beobachtungen. Wenn Sie nicht einverstanden sind, können Sie Widerspruch einlegen.
Das müssen Sie in einem Monat machen.
Bei Widersprüchen kann Sie ein Pflegestützpunkt in ihrer Nähe unterstützen.
Hier finden Sie ein Erklärvideo von den Pflegestützpunkten (Stand Juli 2026: auf Deutsch, Türkisch, Arabisch und Gebärdensprache).
Hier finden Sie die Standortkarte der Pflegestützpunkten.
Die MD-Begutachtung findet auf deutsch statt. Wer kann mir in einer anderen Sprache helfen bei einer MD-Begutachtung?
Viele Menschen fühlen sich wohler in ihrer Erstsprache, die nicht Deutsch ist, weil Sie sich darin besser ausdrücken können. Die Interkulturelle Brückenbauer*innen in der Pflege können bei der MD-Begutachtung dabei sein, übersetzen und Fragen beantworten. Auf unserer Seite ‚Unterstützung finden‘ finden Sie mehr Informationen über die Interkulturelle Brückenbauerinnen.
Weitere Informationen in verschiedenen Sprachen
Auf dieser Seite vom Medizinischen Dienst (MD) finden Sie Erklärvideos (auf deutsch) und Informationen (auf deutsch, leichter Sprache, englisch, polnisch, türkisch, ukrainisch, russisch, französisch, griechisch, italienisch, kroatisch).
Pflegegrad
Um Unterstützung zu kriegen im Alltag, brauchen Sie einen Pflegegrad.
Um einen Pflegegrad zu kriegen, müssen Sie einen Antrag stellen.
Was bedeutet ein Pflegegrad?
Ein Pflegegrad zeigt, wie viel Hilfe ein Mensch braucht. Manche Menschen sind alt oder krank. Sie brauchen Hilfe im Alltag. Zum Beispiel, beim Waschen oder Anziehen. Oder sie können nicht alleine essen. Dann bekommen sie einen Pflegegrad. Es gibt fünf Pflegegrade:
- Pflegegrad 1 bedeutet: Sie brauchen wenig Hilfe.
- Pflegegrad 5 bedeutet: Sie brauchen sehr viel Hilfe.
Der Pflegegrad hilft, damit Sie Unterstützung bekommen. Zum Beispiel, Geld oder eine Pflegekraft. Jeder Mensch kann einen Pflegegrad beantragen. Sie müssen einen Antrag bei der Pflegekasse stellen. Dann kommt ein*e Gutachter*in und prüft, was Sie im Alltag können. Danach entscheidet die Pflegekasse über Ihren Pflegegrad.
Sie bekommen einen Bescheid. Sie können dann Hilfe oder Geld bekommen.
Wann brauche ich einen Pflegegrad?
Hier sind ein Paar Beispielfragen, um herauszufinden, ob Sie einen Pflegegrad brauchen: Schaffen Sie Ihre Einkäufe nicht mehr alleine? Haben Sie Schwierigkeiten beim Anziehen von Klamotten? Können Sie nicht mehr alleine Essen? Fällt es Ihnen schwer die Treppe hochzukommen?
Wenn Sie diese Fragen mit ‚ja‘ beantwortet haben, brauchen Sie vielleicht einen Pflegegrad. Der Pflegegrad sorgt dafür, dass Sie professionelle Hilfe (Pflege) kriegen für Ihren Alltag. Zum Beispiel Hilfe beim Einkaufen oder beim Anziehen von Klamotten.
Wie stelle ich einen Antrag?
Dieser Antrag stellen Sie bei Ihrer Pflegekasse:
- Gesetzliche Krankenversicherung: Ihre Pflegekasse ist gleich wie Ihre Krankenkasse. Also stellen Sie den Antrag bei ihrer Krankenversicherung.
- Private Versicherung: Ihre private Pflege-Pflichtversicherung (PPV). Dort stellen Sie den Antrag.
Wer kann mir helfen beim Antrag?
Wenn Sie Hilfe brauchen beim Antrag und/oder weitere Fragen haben, können Sie sich an die Interkulturelle Brückenbauerinnen in der Pflege oder an die Berliner Pflegestützpunkte wenden. Auf unserer Seite ‚Unterstützung finden‘ finden Sie mehr Informationen über diese Anlaufstellen.